6/26/2010

"Iran Zendan" von Daryush Shokof

Iran Zendan, der jüngste Film des kürzlich entführten exil-iranischen Regisseurs Daryush Shokof ist ab sofort frei zugänglich auf der Webseite von STOP THE BOMB zu sehen. Daryush Shokof und seine Filme kamen in die Schlagzeilen, nachdem Shokof am 24.5.2010 verschleppt und für 13 Tage gefangengehalten wurde. Die Entführer warfen Shokof vor, mit seinen Filmen „den Islam, die islamische Regierung und Khomeini" zu beleidigen. Die Entführer drohten Shokof, bevor sie ihn am 6.6.2010 wieder frei ließen: „Wenn du diese Filme zeigst, bist du tot.“
Daryush Shokof erklärt jedoch: „Meine Entführung hat mich nur stärker und entschlossener gemacht, gegen das menschenverachtende Regime der Islamischen Republik Iran zu kämpfen. Meine beiden Filme sind den friedliebenden Menschen im Iran und ihrem Kampf um die Freiheit gewidmet.“

Alle weiteren Informationen zu Iran Zendan und zur Entführung Daryush Shokofs finden Sie auf dieser Seite (http://de.stopthebomb.net/de/start/deutschland/shokof.html).

 

Iran Zendan - A Movie by Daryush Shokof (2010) from Mideast Freedom Forum Berlin on Vimeo.

 

Der Film ist zur Einbettung in andere Webseiten freigegeben. STOP THE BOMB fordert die internationale Öffentlichkeit auf, für eine größtmögliche Verbreitung dieser Anklage gegen die Folter-Hölle der Islamischen Republik Iran zu sorgen und auf diese Weise ein Zeichen der Solidarität mit der iranischen Opposition zu setzen.


6/24/2010

Marx in Gaza

In Erwägung, daß wir hungrig bleiben
Wenn wir dulden, daß ihr uns bestehlt
Wollen wir mal feststelln, daß nur Fensterscheiben
Uns vom guten Brote trennen, das uns fehlt.

(Brecht)

Der nachfolgende Text hat zwei Anliegen: Zum einen soll er zeigen, warum die Parole ‘free gaza from hamas’ eine genuin linke Position ist bzw. sein sollte, selbst wenn man von Israel und dem Antisemitismus absieht und die antideutsche Kritik ablehnt. Zum anderen stellt er jedoch auch eine kritische Anmerkung zu einigen Beiträgen in proisraelischen Blogs (z.B. hier) dar, die mit Verweis auf volle Supermarktregale suggerieren, es gäbe kein materielles Elend in Gaza. Zwar verweisen sie zurecht auf die vollen Marktstände, doch ist dies nur die halbe Wahrheit und somit die Unwahrheit.

 

Auschwitz markiert das Ende einer jeden Geschichtsphilosophie. Bis 1933 konnte sich der orthodoxe Marxismus noch darauf berufen, die Geschichte ‚auf seiner Seite‘ zu haben und ihre ‚ehernen Gesetze‘ zu vollstrecken – die Bourgeoise, so die Annahme, produziere in Form des sich notwendig vereinigenden Proletariats unabhängig vom eigenen Willen „ihren eigenen Totengräber. Ihr Untergang und der Sieg des Proletariats sind gleich unvermeidlich.“ (Marx/Engels)

Die Frage nach dem Ausbleiben der Revolution zu einem Zeitpunkt, da sie nicht nur wie ehedem vernünftig, sondern im Angesicht des Nationalsozialismus ebenso notwendig wie geboten gewesen wäre, ist Prüfstein einer jeden kritischen Gesellschaftstheorie in praktischer Absicht. Der Kairos der Revolution wurde verpasst, „die Waffe der Kritik“ wurde nicht durch „die Kritik der Waffen“ ersetzt. Das Erstaunen, dass der Prozess der reellen Subsumtion der Individuen unter die Zwecke von Staat und Kapital weitaus tiefer greift, als es von Marx angedacht war - und zwar dergestalt, dass der kategorische Imperativ, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ (1/385) gerade im Angesicht seiner größten historischen Evidenz von den Massen suspendiert wurde - bildet nicht ohne Grund das Paradigma der Kritischen Theorie nach Auschwitz: „Was wir uns vorgesetzt hatten, war tatsächlich nicht weniger als die Erkenntnis, warum die Menschheit, anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei versinkt.“ (Adorno/Horkheimer)

 

Tod des Subjekts – Selbstmordattentat der Aufklärung

Anstatt nun den Begriff der Vernunft einer reflexiven Selbstkritik zu unterwerfen und das ‚pursuit of happiness‘ als deren conditio sine qua non zu formulieren - „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ (Marx) - ergeht sich die postmodernisierte Linke in Aufklärungsverrat und meint mit der Zerstörung der ‚großen Erzählungen‘ auch die des Kapitalismus hinter sich zu lassen. Damit liegt sie richtig: Die abstrakte Negation aller Vermittlungsformen sowie ihrer Ideologisierungen und Rationalisierungen wirft den Einzelnen zurück in die Unmittelbarkeit nackter Gewalt; die isolierten, erkalteten Einzelnen rotten sich zusammen im Racket, in der Bande.

Auch der antibürgerliche und antiaufklärerische, landauf-landab gefeierte ‚Tod des Subjekts‘, das postmoderne Pendant des Heideggerschen ‚Sein zum Tode‘, ist nichts als die philosophische Verdopplung und Begleitmusik des suicidebombings, der Massenvernichtung auf Raten bzw. im Wartestand; Selbstauslöschung des Einzelnen sowie der glücklichen Anderen – die seit jeher mit dem Bild des Juden assoziiert werden - im Nichts der reinen Identität. Die Gesellschaft der Märtyrer, „die weder ökonomisch noch sexuell auf ihre Kosten kommt, haßt ohne Ende; sie will keine Entspannung dulden, weil sie keine Erfüllung kennt.“ (Adorno/Horkheimer)

Was Adorno über Hitler schrieb - er habe wie kein anderer Bürger das Unwahre im Liberalismus durchschaut - trifft mutatis mutandis auch auf die postmoderne Philosophie zu. Die praktische Kritik und kritische Praxis dieser Verlaufsform – eingedenk dessen, dass sie im doppelten Wortsinne kapitalentsprungen (Bruhn) ist - hieße Kommunismus unter gegenwärtigen Voraussetzungen, „Kommunismus [als] die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt.“ (Marx/Engels)

 

Fortschritt im Bewußtsein der Freiheit

Die Linke hat Marx Bonmot, das gesellschaftliche Sein bestimme das Bewusstsein, nie als das aufgefasst, was es ist: als Kritik. Somit landet sie heute folgerichtig bei Bourdieu und anderen Sozialisationstheorien und arbeiten sich daran ab, diesen Zustand zu verewigen, statt ihn zu durchbrechen. Im Widerstreit der politischen Antinomien von Freiheit und Notwendigkeit beruft sie sich wie ehedem auf letztere. Dies findet seinen Ausdruck im Gerede davon, dass ‚der Westen‘ respektive Israel den Terror selbst produziere und das Elend der Massen zwangsläufig zu ‚Verzweiflungstaten‘ führe.

Nun ist es durchaus verständlich, angesichts der Hermetik der Verhältnisse zu resignieren. Weder ist ein revolutionäres Subjekt noch eine sonst wie geartete Rettung in Sicht. Doch gerade unter diesen Umständen sollte man meinen, dass sich kommunistische Kritik auf die letzte Gewissheit zurückzöge, nämlich auf die Erkenntnis und petitio principii, dass gesellschaftliche Freiheit und Emanzipation untrennbar ist von der des Individuums; mehr noch: dass nämlich letztere sowohl index veri als auch Voraussetzung der ersteren sei. Die Marxsche Kritik basiert auf einer wesentlichen Einsicht: Die gesellschaftlichen Verhältnisse sind keine Naturverhältnisse, sie sind als gewordene und veränderbare zu dechiffrieren. Seine Polemik galt dem gesellschaftlich-Unbewussten: „Sie wissen es nicht, aber sie tun es“. Die Messlatte der Kritik war die einer vernünftigen Gesellschaft, einer sich selbst bewussten Gesellschaft, in der individuelles und allgemeines Interesse versöhnt sei; und zwar zum Zwecke des individuellen.

 

Die Linke und das Elend

Angesichts der Palästinensischen Racketökonomie von Klassen oder Produktivkräften zu sprechen ist müßig, der Widerspruch ist hier ein anderer. An die Stelle der wertvermittelten Selbsterhaltung des doppelt freien Lohnarbeiters tritt nun die unbedingte Loyalität; das Nadelöhr der kapitalproduktiven Arbeit ist dem der Selbstaufopferung fürs Kollektiv gewichen. Somit hat sich auch das Objekt emanzipatorischer Solidarität gewandelt: Es ist dasjenige, das nicht im barbarischen Racket aufgeht – der Einzelne, der nach seinem individuellen Glück strebt und deswegen „auffällt ohne Schutz“ (Adorno/Horkheimer). Nun wäre ein solcherart individualistischer Schwenk von der Linken zu viel verlangt. Für sie wäre dies alles bürgerlicher Moralismus und schlechter Idealismus. Sie mag es handfest, sucht unaufhörlich nach Interessen und hält es für gewöhnlich mit Brecht:

Ihr Herrn, die ihr uns lehrt, wie man brav leben
Und Sünd und Missetat vermeiden kann
Zuerst müßt ihr uns was zu fressen geben
Dann könnt ihr reden: damit fängt es an.

Ihr, die euren Wanst und unsre Bravheit liebt
Das eine wisset ein für allemal:
Wie ihr es immer dreht und wie ihr's immer schiebt
Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.

 

Wohlan, ihnen soll geholfen werden! Das von den Free-Gaza-Aktivisten beschworene Elendsszenario offenbart sich als etwas, dass eigentlich die Herzen aller Linken höher schlagen lassen müsste, nämlich als ein gesellschaftlicher Widerspruch:

Auf den Märkten gibt es ein breites Angebot von frischem Obst und Gemüse. In den Supermärkten kann man Süßwaren kaufen, die selbst in Tel Aviv nur nach langem Suchen zu finden wären. Die Waren werden an der ägyptischen Grenze reingeschmuggelt und mit einer "Tunnel-Steuer" von 30 Prozent Aufpreis belegt. Auf Bestellung kann vom lebenden Tier über Kühlschrank bis zum Neuwagen nahezu alles geliefert werden. "Wer die Hauptstraße von Gaza entlanggeht, wird Läden mit vollen Regalen sehen", sagt UN-Sprecher Christer Nordau. "Man sieht aber auch die Ladenbesitzer vor ihrem Geschäft sitzen, denn sie haben keine Kunden." Nur die wenigsten verfügten über das Geld, um die angebotenen Waren zu kaufen. Erstaunlich waren deshalb die Zahlen, die die Weltbank vor gut einem Jahr veröffentlichte. Damals blieb die Grenze zu Ägypten elf Tage offen, was den Leuten aus Gaza reichte, um insgesamt nicht weniger als 250 Millionen Dollar umzusetzen. Offenbar scheint grundsätzlich Geld da zu sein, es ist aber ungerecht verteilt. (TAZ)

Das Geld ist da, aber ungerecht verteilt? Ist dies nicht das Mantra der Globalisierungsgegner und Sozialstaatsfetischisten aller Couleur? Schreit dies nicht nach Klasse-gegen-Klasse? Dazu müsste man sich jedoch die entscheidende Frage stellen: Wer wen? Und vor allem wie? Die TAZ gibt Auskunft:

Die größte Gruppe, die heute noch über ein regelmäßiges Einkommen verfügt, arbeitet de facto seit drei Jahren nicht mehr. Es sind die rund 70.000 Angestellten der Palästinensischen Autonomiebehörde. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gab seinen Mitarbeitern den dringenden Rat, die Arbeit unter den neuen islamistischen Machthabern niederzulegen. Andernfalls sollten sie ihr Gehalt einbüßen. Wer weiterarbeitete, wurde fortan von der Hamas-Führung entlohnt. Rund 30.000 Palästinenser stehen heute auf der Gehaltsliste der Islamisten. Wer keiner der beiden großen Fraktionen nahesteht, hat derzeit kaum eine reelle Chance auf Arbeit. Die Grenzen zum israelischen Arbeitsmarkt, wo zeitweilig einige zigtausend Palästinenser aus Gaza beschäftigt waren, bleiben auf absehbare Zeit verschlossen.

Und wer doch hindurch schlüpfen will, wird als Kollaborateur hingerichtet, möchte man hinzufügen. Mit Engels ließe sich also sagen, in Gaza herrscht ein Zustand, in dem „die Leute vor lauter Überfluß verhungern“. An die Stelle der vielzitierten ‚Schere zwischen Arm und Reich‘ tritt hier der absolute Gegensatz zwischen Individuum und Kollektiv. Wem es wirklich daran läge, das materielle Elend in Gaza zu beseitigen, dessen Solidarität hätte somit dem zu gelten, was sich der barbarischen Racketökonomie entzieht.

 

Das Elend der Linken

Der Linken ist es nicht an der Aufhebung des Elends gelegen; es gilt ihr nur als Rationalisierungsfolie für das eigene Ressentiment. Da ich jedoch die antizionistisch-antisemitische Fixierung auf Israel in diesem Text beiseitelassen will, soll hier kurz erläutert werden, warum die linke Solidarität nie den letzten Resten von Individualismus in Gaza gelten wird. Diese Erklärung ist einfach: mit diesem prospektiven Objekt der Solidarität ist kein ‚letztes Gefecht‘ zu haben. Es fehlt das Bild des ‘edlen Wilden’ mit Knarre in der Hand, auf den sich die Sehnsüchte der eigenen, elenden und langweiligen Existenz projizieren lassen. Das Verständnis von Emanzipation und Befreiung, das hier am Werke ist, lässt sich folgendem Liedtext entnehmen:

Das Blut strömt rot in den Fluß. Tod,
Weg ist die Bourgeoisie, weltweit, als gab's sie nie.
Jede Villa eine Falle, in der ein Urteil fällt,
Gemäß der Menge des Geraubten in einem final end of hate.

Wie ein Jet jagt das Bajonett in Fett.
Kein Besitz schafft mehr Prestige für die Unternehmer auf dem Schaschlik-Stilett.
Go Guerillero Go. Keiner kommt gegen Untote an. Go Guerillero Go. Go Go Go Guerillero Go Go.

Zombie Ché strikes back.
Und der bläst sie alle weg.
Er kehrt den kapitalistischen Dreck weg
Pumpgun - Chuck - Boom - Blutfleck.

(Rantanplan)

 

Leseempfehlung:

junesixon: Die „Yrr“ und der weltweite Erfolg deutscher Ideologie II/ Vom Pays-Boche zu „the most beloved country worldwide“

Pierre Heumann: Gazas neue Millionäre


6/21/2010

“Einfach nur widerlich” – Die Idiosynkrasie der TAZ-Leser

Im Rahmen der TAZ-Debatte um das “deutsch-israelischen Verhältnis und der deutschen Haltung im Nahostkonflikt” hat Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, mit seinem Kommentar Feiger Hass vorgelegt. Im wesentlichen behandelt der Text den Vorfall auf der Mavi Marmara sowie die antisemitischen Reaktionen darauf. Zudem stellt er folgende, banale These auf:

Es gibt in der deutschen Öffentlichkeit eine besondere Sorte von Menschen, die von einem dunklen, nicht offen eingestandenen Motiv gelenkt werden: Judenhass. Man kann diese Menschen zum Beispiel in Teilen der antizionistisch geprägten extremen Linken und propalästinensischen Unterstützergruppen finden. Auch einzelne Mitglieder der Linkspartei gehören dazu. Im Gegensatz zum unverblümten Antisemitismus von Rechtextremisten und Neonazis pochen diese selbst ernannten Kämpfer für Menschenrechte auf ihr "legitimes" Recht, Israel zu kritisieren, und tarnen ihren Antisemitismus, indem sie sich als Kämpfer für Fortschritt und Gerechtigkeit gerieren.

Der Beleg dieser These findet sich jedoch weniger im Text selbst, als vielmehr in den Kommentaren. Wer also etwas über das nackte Elend der TAZ-Leser wissen möchte, dem seien diese zur Lektüre ans Herz gelegt. Da ist alles mit dabei, von einem Antisemitismusbegriff auf Kindergartenniveau über die unvermeidlichen Abokündigungen, bis hin zu tiefen Erkenntnissen aus dem Bereich Rassenkunde. Wer noch einen Beleg zur These sucht, der Kommunismus sei gegen die Linke durchzusetzen und nicht mit ihr, der ist hier richtig. Ein Auszug aus den letzten fünfzehn(!) Beiträgen, bei denen man geradezu fühlen kann, dass Kramers Text bei ihnen tiefsitzende, physische Ekelreaktionen hervorgerufen haben muss:

“Einfach nur wiederlich dieser Kommentar”

“Einfach widerlich dieser Artikel! “

“Der gute Kramer, immer die Nazi Keule in der Hand. Es muss ihm ja schrecklich weh tun dass er kein Jude von Geburt her ist. […] Das er seine merkwürdige Meinung jetzt schon bei der taz unter die Leute bringen kann war für ihn sicher ein "innerer Reichsparteitag".”

”Das die isreaelis Meister der Propaganda sind haben sie schon des öfteren bewiesen.”

“Keine taz mehr für mich, Ihr verbreitet mit solchen schlechten Artikeln Hass gegenüber meinen jüdischen Freunden.”

“Ich konnte den Artikel gar nicht in einem Stück lesen - mittendrin war ich vor Wut außer mir und hab die Zeitung weggelegt.”

“Wir haben bestimmt eine Stunde über diesen Artikel geredet. Fazit: Absolute Verständnislosigkeit, einer nach dem anderen hat sich in Rage geredet. “

"Feiger Hass" produziert wirklich nichts anderes als Hass - und zwar auf Kramer.

“Bei Kritik immer eine Ausrede parat und jede Menge gute Menschen, die einen gegen alles verteidigen”

“Wir (Demokraten, die die Wahrheit lieben und Gott fürchten), würden nie auch nur wagen, einen israelischen JUDEN zu kritisieren. Die sind alle ausnahmslos total spitze und fair und würden keiner Fliege etwa zu Leide tun.”

“Aber wer will den Karrieristen Kramer überhaupt ernstnehmen? Wenn ich doch richtig informiert bin, hat der damalige Protestant sich erst mit anscheinend wenig Erfolg in Junger Union und FDP versucht, aber sein großer Karriereerfolg kam wohl erst mit dem Glaubensübertritt und dem Aufstieg zum jüdischen Mixa - einem erzkonservativem Einpeitscher und Provokateur, unfähig der sachlichen Diskussion und nur auf mediale Aufmerksamkeit aus.”

Usw. usw.


6/18/2010

Neues Video: “We will throw them into the sea”

In einem neuen Video  stimmt IHH-Vorsitzender Bülent Yildirim die Passagiere der Mavi Marmara auf die kommende Auseinandersetzung mit dem israelischen Militär ein. Weitere Informationen zum Video gibt es bei der Jerusalem Post.

Nachtrag

Folgendes Video über die Märtyrerambitionen der Teilnehmer habe ich heute bei Elder of Ziyon gefunden. Dort gibt es auch ein interessantes Video zur libanesischen ‘Gaza-Flottille 2’. 


ARD: Monitor und die davor

Kritisch – sachlich – Monitor

“Unsere sachlich-nüchterne und kritische Berichterstattung ist seit über 40 Jahren gefragt. […] Unser Ehrgeiz ist es, unbequem zu sein für die Mächtigen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft - und uns stark zu machen für die Schwachen.” (Selbstdarstellung) Wie man das macht, zeigt Monitor - das Magazin für den kleinen Mann, der schon immer wusste, dass ‘die da oben’ sowieso machen, was sie wollen - anhand des Falles Mavi Marmara:

"Gerade mal 17 Tage ist es her, da gab es diesen - nach wie vor nicht untersuchten - Zwischenfall im Mittelmeer. Das israelische Militär stoppte gewaltsam eine Flotte mit Aktivisten - auch aus Deutschland - die die See-Blockade vor Gaza durchbrechen wollten.”

Wer sich jetzt erhofft, es käme eine sachlich-nüchterne und kritische Berichterstattung  über die Vorfälle an Bord, liegt weit daneben. Viel wichtiger als die Ereignisse an Bord sind doch Ausgangspunkt (“Das israelische Militär”) und Resultat: “Jetzt kommen Bilder vom türkischen Fernsehen TV-net. Kurz nach dem Übergriff des israelischen Militärs. Der Passagierraum der Mavi Marmara ist ein Lazarett. Im Fußraum liegen Tote. Neun Aktivisten wurden getötet.” Dazwischen nichts. Danach ein weiterer nahtloser Übergang, natürlich nicht, ohne auf die Apartheid Bezug zu nehmen:

 Im Gaza leben 1,5 Millionen Menschen in einem abgeriegelten Homeland. Isabel Schayani und Nikolaus Steiner berichten über die nächsten Helfer, die übers Meer kommen werden - und es sind Juden aus Deutschland."

Jüdische Stimme für Hamas

“Die nächsten Helfer” – alles klar. Es folgt ein herzzerreißender Bericht über Leute, deren Engagement ein wenig an Weihnachten im Schuhkarton® erinnert – ergänzt durch kitschige Bilder von Frauen und Kindern, die sehnsüchtig durch Zäune blicken. Aktivisten der Jüdischen Stimme für den Frieden, die sich explizit für “die Aufhebung der Sanktionen gegen Hamas – die von den Palästinensern demokratisch gewählte Regierung” einsetzen, planen, mit einem Schiff gen Gaza zu segeln. Damit befinden sie sich in bester Gesellschaft.

Da sie in Sachen Aufklärungsresistenz anderen Friedensaktivisten in nichts nachstehen will, ist sich Katzenstein-Leiterer von der Jüdischen Stimme nicht zu blöd, die Prügelmeute der Mavi Marmara als friedlich und die IDF als blutrünstige Truppe darzustellen: “Wir waren entsetzt, dass Israel soweit geht, sogar Tote in Kauf zu nehmen, bei friedlicher Aktion”. Bereits im Spiegel äußerte sie sich besorgt: "Because of what happened, we are quite concerned," said Katzenstein-Leiterer. "We are afraid that we too could become involved in a clash, which we don't want. We will not use violence."

Vielleicht sollte sie sich einfach mal fragen, warum es ausgerechnet auf diesem Schiff Tote gab. Könnte es vielleicht an der Besatzung und ihrem Vorgehen gelegen haben? Weit gefehlt! In einer Presseerklärung der Jüdischen Stimme findet sich eine ganz andere Begründung: “Der Piratenangriff auf die Schiffe wurde lange vorbereitet. Man muss befürchten, dass Israel den Weg des Angriffs gerade auf das türkische Schiff gewählt hat, um einen jüdisch-islamischen Konflikt zu inszenieren.”

Mal ganz abgesehen davon, dass diese These absurd ist und Israel bestimmt keinerlei Interesse an seiner gegenwärtigen Situation haben kann, befindet sich die Jüdische Stimme in bester verschwörungstheoretischer Gesellschaft. Da werden aus ganz normalen Briefings und ‘Gefährderlisten’ unumwunden Mordbefehle und Todeslisten (dt. auch hier) werden. Doch zurück zu Monitor und den Friedensschiffern der Jüdischen Stimme!

 “die welt braucht keinen jüdischen staat” – Monitors Publikum

“So’n Blödsinn, wer braucht das?” fragt im Beitrag ein Teilnehmer der Kundgebung Fairplay für Israel in Köln. Die Frage ist so berechtigt wie naiv. Ein Blick ins Forum zur Sendung genügt, um sie zu beantworten. Es dauert ganze drei Posts, bis man zum Kern der Sache vorgedrungen ist. ‘Joachim’ macht den Anfang und beklagt sich, dass die Juden die Erziehungsmethoden der Deutschen übernommen hätten (Rechtschreibung im Original):

Also mich er innert das verhaltewn der Juden sehr massiv an die Naziherschaft in Deutschland. Und mit dem Gazastreifen haben die Isarelis ein wahres Geto geschaffen. Genau wie z.B. Warsachau. Naur das es hir eine starke Untergundorganisation gibt, nämlich die Hamas. […] Abe wie sagt der Volksmund doch so schön ein Ind das geschlagen wurde schlägt auch seine Kinder

Auch ‘J. Kerkhofs’ ist erbost, dass die Juden aus der deutschen Erziehung nichts gelernt haben:

Man macht das mit Menschen was man während dem Holocaust selber hat erfahren müssen. Israel missbraucht der Vergangenheit um sich heute in der Welt durchzusetzen und zu positionieren. Es muss endlich Schluss auch für die Israelische Politik und Militär.

‘s. eisenhardt’ bringt die ganze Sache, angereichert um die richtige Schlussfolgerung - “die welt braucht keinen jüdischen staat” –, auf den Punkt:

die gründung des staates israel war ein historischer irrtum. der satz stammt nicht von mir, sondern ist ein zitat aus der wissenschaftlichen arbeit von prof. norman paech, einem völlerrechtler, der abgeordneter der linken war und mit auf dem schiff, das die israelis am 31. mai angegriffen haben. paech hat recht. ich wundere mich nur, dass er bei einer linken partei ist, aber das sei hier nebensächlich.

Tja, ob Paech wohl besser in der NPD aufgehoben wäre oder Horst Mahler in der Linkspartei? Wer vermag das - nicht allein wenn es um Israel geht - noch auseinanderhalten? Aber fahren wir weiter mit Eisenhardt fort:


die welt braucht keinen jüdischen staat. jetzt sehen es auch die juden ein wie diese zwei frauen in ihrem beitrag. danke dafür. ich wünsche ihrer mission viel erfolg. ich hoffe, dass sie auch etwas demokratie nach israel bringen, damit die israelis unsere kritik wahrnehmen. wenn es ihnen von anderen juden beigebracht wird, werden sie vielelicht besser verstehen, was sie falsch gemacht haben. die medien in israel scheinen ja völlig abgeschottet und staatshörig zu sein, wenn man sich die berichte bei uns anschaut.
und die menschen in gaza? wie im warschauer ghetto leben sie, das schreiben ja auch meine vorredner auf dieser seite hier. damit ist ja wohl zweierlei geklärt. erstens: die juden haben nichts gelernt aus der geschichte und zweitens: es gab früher ein warschauer ghetto und heute gibt es ein gazaer ghetto. damit dürfte wohl feststehen, dass nicht nur die deutschen verbrechen begangen haben. die beiden jüdischen frauen haben das eingesehen.

So geht es die ganze Zeit munter weiter. ‘Pulverfaß Zerstörer’ sucht sich einen jüdischen Kronzeugen und spielt die verfolgte Unschuld:

Zunächst danke, daß die zahllosen Stimmen kritischer Juden zur ‘ethnischen Säuberung Palästinas’, wie sie der israelische Historiker Dr. Ilan Pappe in seinem gleichnamigen Buch treffend und faktisch belegt beschrieb, längst überfällig nun auch von den ÖR gehört werden! Prominenten kritischen Juden wie etwa den beiden Professoren Ilan Pappe (Israel), Norman Finkelstein (USA) und dem Publizisten Hajo Meyer(Holocaustüberlebender, Deutschland) wurden auf Druck der hiesigen Zionisten gar Räumlichkeiten für Lesungen verweigert und die Tochter des verstorbenen ZdJ-Vorsitzenden Galinski, Frau Hecht-Galinski mußte sich als Krönung von H.Broder auch noch den Vorwurf des "Antisemitismus gefallen lassen! All dies erfährt der interessierte Leser bisher nur im Internet :-(

‘Harry-B’ gibt sich ganz gewitzt und informiert:

Das Aktionskommitee, das jetzt Hilfsgüter mit Schiffen in den Gaza-Streifen bringen möchte, sollte einmal darüber nachdenken, das führende Schiff auf den Namen "Exodus" zu taufen. Jeder der die Problematik kennt, weiß was ich damit meine

Last not least ist User ‘muesi’ ganz außer sich vor Verwunderung über die Juden der Jüdischen Stimme, die sein ganzes Weltbild auf den Kopf stellen: 

Alle Achtung fuer diesen Einsatz. Deutsche und gleichzeitig Juden, die der herrschenden Schicht Paroli bieten wollen.


6/16/2010

Proisraelische Demonstrationen in Leipzig und Frankfurt


Für die nächsten Tage sind zwei weitere proisraelische Demonstrationen angekündigt. 

In Leipzig ruft das Bündnis gegen Antisemitismus unter dem Motto 'Free Gaza from Hamas! Gegen die Auslandseinsätze der Linkspartei' zu einer Kungebung auf. Das ganze startet am 17. Juni, 17 Uhr, am Leipziger Augustusplatz. Den Aufruf findet ihr hier

In Frankfurt wird am Sonntag, 20.6., um 13 Uhr unter der Losung 'Antisemitismus ist keine Abenteuerkreuzfahrt - Solidarität mit Israel!' demonstriert. Infos und Aufruf gibt u.a. bei der Prozionistischen Linken Frankfurt.






Zuckermanns Sorgen


Eigentlich bedarf die Junge Welt keines jüdischen Kronzeugen - Sie sagt sowieso, was sie denkt. Um dennoch auf Nummer sicher zu gehen, hat Samuel Stuhlpfarrer [sic!] Moshe Zuckermann zum Interview gebeten. Nach der Unterüberschrift, die nicht fehlen darf ("Kritik an der israelischen Regierung ist keineswegs antisemitisch, sondern dringend nötig"), geht es los. Der Post- bzw. Nichtzionist erklärt hier den Antizionisten, dass sie eigentlich Pro-Zionisten sind und die Antideutschen de facto Antizionisten. Das hört sich so an (die Logik des ersten Teils der Antwort sei mal geschenkt):
Im deutschsprachigen Raum gibt es noch immer Menschen, die sich als »fortschrittlich« oder »links« verstehen und gleichzeitig unbedingte Solidarität zu Israel geloben.
Auch hier gilt es zu differenzieren. Wenn Sie darunter eine Linke mit einem universellen, antiimperialistischen Anspruch verstehen, ist das eine Sache. Eine andere ist die »antideutsche« Linke – sie hat mit Linkssein nichts mehr zu tun; sie ist längst im Fahrwasser der bürgerlichen Presse und des Neokonservativismus angekommen.

Ich erwarte, daß sich diejenigen, die für Israel sind, erst einmal klar machen, womit sie sich solidarisieren. Nämlich mit einem rechtsextremen Israel, das das zionistische Projekt selbst in Gefahr bringt. Ich fürchte nur, diese Leute begreifen das nicht.

6/14/2010

Neues, einstündiges Video von der Mavi Marmara

Auf der sicherlich nicht proisraelischen Webseite Cultures of Resistance wurde ein neues, einstündiges Video veröffentlicht. Es zeigt das Geschehen rund um die Schiffsübernahme aus Perspektive der Mavi Marmara. Zudem sieht man die "zweieinhalb Holzstangen", von den Norman Paech sprach. Wem die eine Stunde zu lang ist, der kann sich die Analyse von Joseph Croitoru in der FAZ zu Gemüte führen:

“Neues Filmmaterial zu den Vorgängen auf dem türkischen Flaggschiff der „Solidaritätsflottille“ erhärtet den Verdacht, dass sich IHH-Aktivisten auf die Enterung des Schiffs vorbereitet und den Kampf geplant hatten.”


ASTA Münster gegen Israel

Zunächst einmal: an Münster ist nicht alles schlecht! Da gibt es beispielsweise das nette Stadtmagazin Ultimo, das vierzehntägig erscheint. In der Kolumne Setzers Abende war folgender – äußerst lesenswerter - Beitrag zu lesen:

Wenn eine Regierung ihre Soldaten auf Zivilisten schießen lässt, sieht das nie gut aus – für die Regierung nicht, für die Soldaten nicht, und von den betroffenen Zivilisten wollen wir gar nicht erst reden. Als besonders verabscheuungswürdig gelten Kopfschüsse, vor allem aus großer Entfernung platziert, von Scharfschützen, die eigentlich … na ja: die eigentlich genau dafür ausgebildet wurden.

Kein Wunder, dass Menschenrechtler auf die Barrikaden gehen, wenn harmlose Zivilisten, warum auch immer, gleich in Reihe per Kopfschuss von völlig enthemmten Militärs ermordet … ähh, nein, sorry, stimmt so nicht, falsches Land. Denn nichts passiert. Jedenfalls nicht, wenn sich sowas, wie vor wenigen Wochen geschehen, in Thailand abspielt. Die mehr als fünf Dutzend toten Thailänder haben jedenfalls die Welt und vor allem die peinlichst auf Menschenrechte achtende Türkei nicht halb so in Rage versetzt wie die Vorfälle beim Erstürmen einer offensichtlich gut bewaffneten Hilfsflotte für Gaza.

Für das Erschlagen von Juden gelten dabei immer noch die reichsdeutschen Regeln: Tritt ein Jude in aggressivst überlebenswilliger Haltung auf, kann ein gutgewillter Friedensaktivist sich nicht anders zur Wehr setzen als mit einer Eisenstange. Der Jude hat dabei möglichst sofort und soweit vorhanden, seine Waffe, seine Brieftasche, Handy und Goldzähne zu übergeben. Sollte der Jude allerdings von einer ihm zur Verfügung Schusswaffe gebrauch machen, ist das perfide und gemein, denn er wurde ja nur mit einer Eisenstange angegriffen. Dann schreit die Welt “Massaker!”, oder, soweit Deutsche beteiligt waren, “Kriegsverbrechen”, denn die Deutschen kennen sich mit sowas aus.

Überhaupt kann die Leistung deutscher Sympathisanten und Unterstützer schon in der Vorbereitungsphase nicht hoch genug geschätzt werden und reicht bis zur Wannseekonferenz zurück: Während des Funkverkehrs zwischen der Israelischen Marine und der türkischen Friedensflotte ist deutlich zu hören, wie die Friedensaktivisten den Soldaten zufunken “Geht zurück nach Auschwitz!”

Der deutsche Völkerrechtler und Links-Politiker Norman Paech hat dem Spiegel erzählt, dass es an Bord während der Überfahrt nur Gurkensalat und Friedensgebete gegeben habe und überhaupt sei er vorwiegend aus “ethnologischem Interesse” an Deck gewesen. Man kann eben unmöglich deutscher Völkerrechtler gewesen sein, ohne nicht wenigstens einmal live erlebt zu haben, wie der Mob ein paar Judenlümmel lyncht.

(Ultimo 13/10; Internetpräsenz: www.ultimo-muenster.de)

Wie gesagt: es ist nicht alles schlecht – aber einiges. Auch der ASTA der Uni Münster sah sich bemüßigt, sich zum Thema zu äußern. Sieht man sich einmal das für diesen Themenbereich verantwortliche Referat an (Frieden und Internationales), so lässt sich erahnen, was einem blüht (Rechtschreibung wie immer im Original):

Wir – Tim, Nadine und Jonas – sind die ReferentInnen für Frieden, Internationalismus und Antikapitalismus. Unser Ziel ist es Veranstaltungen zu Konflikten, sozialen Kämpfen und damit verbundenen Lebensrealitäten im internationalen Kontext zu organisieren und mit Studierenden zusammen anders zu denken. […] Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker“ (Ernesto „Che“ Guevara). In diesem Sinne solidarisieren wir uns mit Unterdrückten und Benachteiligten weltweit. Deswegen wollen wir die Studierenden auf internationale und soziale Konflikte aufmerksam machen und Lösungsansätze diskutieren. Wir möchten die Studierenden für aktuelle Themen sensibilisieren und wollen mit ihnen zusammen Veranstaltungen organisieren.

Zärtliche Völker – wer derart erotisierend von Zwangskollektiven spricht, lässt tief blicken. Viel zu tief. Wie es nun aussieht, wenn wir mit dem ASTA ‘anders denken’, ‘auf internationale und soziale Konflikte aufmerksam gemacht’ werden und er uns für aktuelle Themen sensibilisiert, lässt sich der Webseite von ATTAC Münster entnehmen. Noch am Tag der Erstürmung (!) der Mavi Marmara, fand sich dort folgende Erklärung:

AStA verurteilt blutigen Angriff Israels

In der Nacht zu Montag (31.05.2010) haben israelische Sonderkommandos  eine Flottille internationaler Schiffe mit Hilfsgütern für den  Gazastreifen gestürmt. Bei dem auf internationalen Gewässern durchgeführten Angriff wurden mindestens 19 Menschen getötet sowie zahlreiche weitere verletzt. Der AStA der Uni Münster verurteilt dieses verbrecherische Vorgehen Israels, das klar gegen internationales Recht verstößt aufs Schärfte und solidarisiert sich mit allen Betroffenen. Ein solcher, den Tod unschuldiger Zivilisten in Kauf nehmender Einsatz ist durch nichts zu rechtfertigen.Seit Israel seine Besetzung des Gazastreifens aufgegeben hat, versucht es diesen durch Blockaden abzuriegeln, so dass die Menschen dort auf die Solidarität internationaler Organisationen und einzelner Staaten angewiesen sind. "Free Gaza Movement", die Menschenrechtsorganisation. die die nun angegriffenen sechs Schiffe mit 10.000 Tonnen Hilfsgütern versucht schon länger international auf diese Praxis organisiert hat, Israels aufmerksam zu machen.Da die israelische Armee diese Hilfslieferungen an die palästinensische  Bevölkerung nicht zulassen will, stürmte sie die Schiffe, eröffnete einseitig das Feuer und tötete und verletzte friedliche Zivilisten. Auf den Schiffen befanden sich unter anderem auch fünf Deutsche: die Bundestagsabgeordneten Inge Höger und Annette Groth (beide Die Linke) sowie Matthias Jochheim (stellvertretender Vorsitzender der IPPNW), Norman Paech (ehemaliger Abgeordneter und IPPNW-Beiratsmitglied) und Nader el Sakka (Palästinensischen Gemeinde Deutschland e.V.). Das Ausmaß dieses Massakers ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzuschätzen. Durch ein Al-Jazeera-Reporter an Bord eines der Schiffe sind Bilder der per Helikopter gelandeten israelischen Soldaten bekannt, außerdem berichtet der Reporter, dass noch Schüße zu hören sind, trotz bereits gehisster weißer Flagge.Wir fordern

die sofortige Freilassung aller durch Israel entführten Personen,
das Ende der israelischen Blockade des Gazastreifens,
eine unabhängige und gründliche Untersuchung der Vorfälle und die daraus
zu ziehenden Konsequenzen,
endlich ein Ende der militärischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland
und Israel: An deutschen Unis erforscht, entwickelt und in Deutschland
gebaute Kriegsgeräte dürfen nicht für völkerrechtswidrige Verbrechen der
israelischen Regierung eingesetzt werden.

Nun ja, soviel ‘anders’ denkt man beim ASTA dann wohl doch nicht, jedenfalls nicht als OTTO-Normal-Israelhasserkritiker. Wie dem auch sei: Auf ihrer Webseite fordern mich Tim, Nadine und Jonas auf: “Wir würden uns freuen, wenn ihr bei uns mit Ideen, Themenvorschlägen und einem kritischen Blick vorbei schaut.” Und ich schaute vorbei…

In einer Email an den ASTA und einige Hochschulgruppen hakte ich nach. Meine Fragen und Anliegen waren:

  1. Ist es nicht ein wenig übereilt, noch am selben Tag eine Verurteilung zu verfassen? Sollte man nicht warten, bis die genaueren Umstände geklärt sind?
  2. Übersteigt das Thema und die Forderungen vielleicht ein wenig den Zuständigkeitsbereich des ASTAs?
  3. Wenn nicht, sollte der ASTA als Vertretung aller Studierenden nicht vielleicht zu einem anderen Urteil kommen?
  4. Auch wenn einige Behauptungen auch schon vor der Verurteilung durch den ASTA als schlichte Lügen zu erkennen waren; hat der ASTA die falschen Behauptungen wenigstens im Nachhinein korrigiert?  Als da z.B. wären:
  5. Die Sache mit dem ‘verbrecherischen Vorgehen Israels, das klar gegen internationales Recht verstößt’ ist auf keinen Fall so eindeutig, wie suggeriert wird.
  6. Die Aussage: "Da die israelische Armee diese Hilfslieferungen an die palästinensische Bevölkerung nicht zulassen will..." ist eindeutig falsch und war schon vorher wiederlegt
  7. Die Aussage: "...eröffnete einseitig das Feuer und tötete und verletzte friedliche Zivilisten..." war zum Zeitpunkt der Verurteilung ebenfalls durch nichts zu belegen, vielmehr trifft das Gegenteil zu.
  8. Was versteht der ASTA unter einem ‘Massaker’ und wieso trifft es hier zu? Fiel ihnen kein schlimmerer Begriff ein?  Oder war er ihm wegen seiner political-correctness schlicht verboten?

Da die Verurteilung des ASTAs bereits die Runde gemacht hatte und auf indymedia freudige Verbreitung fand, schrieb ich:

Ich würde mich über eine Antwort, mehr noch über eine öffentliche Richtigstellung von Seiten des Astas freuen. Dafür könntet ihr ja den neuen E-Mailverteiler benutzen.

In ihrer Antwortmail versprach ASTA-Vorsitzende Clarissa Stahmann:

wir haben den artikel schon wieder von der homepage genommen und überarbeiten ihn gerade. ich werde den referenten, der den text geschrieben hat, bitten die stellungnahme auch auf indymedia zu tuaschen.

danke für deine nachricht

clarissa

Auf den angekündigten Austausch warte ich bis heute. Zudem war es mir auch gar nicht an einem Austausch gelegen. Also schrieb ich erneut:

Hallo nochmal!

Mal abgesehen davon, dass sich der Asta bei der gegenwärtigen Faktenlage, die - wenn überhaupt - doch wohl eher für die Darstellung Israels spricht, einer Stellungnahme, geschweige denn einer Verurteilung enthalten sollte, halte ich, ehrlich gesagt, eine bloße Überarbeitung und einen Austausch der Stellungnahme für ein bißchen wenig - mal ganz abgesehen davon, dass eine wirkliche Überarbeitung des Textes nur wenig übrig ließe.

Der Schaden wurde schon angerichtet und der Asta hat sich mindestens zum 'nützlichen Idioten' von Leuten gemacht, die schon des öfteren durch antisemitische Ausfälle übel aufgefallen sind. […] Deswegen fände ich es angebrachter, die Verurteilung öffentlich stehen zu lassen und sich ebenso öffentlich zu distanzieren, anstatt den Text, der seine Wirkung schon erfüllt hat, einfach stillschweigend auszutauschen. So wie der Text in seiner jetzigen Fassung dasteht, ist er (berücksichtigt man auch noch das Veröffentlichungsdatum) schlichtweg haarscharf an der Grenze zum Antisemitismus, wenn nicht darüber hinaus. Und darüber jetzt einfach das Mäntelchen des Schweigens zu legen, reicht mir persönlich nicht aus.

Naja, wenn ich bedenke, aus welcher Richtung die Stellungnahme wahrscheinlich kommt (lass mich raten: SDS/Internationalismusreferat), habe ich Zweifel, dass irgendetwas Annehmbares dabei rumkommt. Dabei könnte man ja durchaus seinen kritischen Gestus zur Abwechslung mal an der eigenen Partei, die vielleicht auch nicht immer Recht hat, versuchen anstatt dem Israelhasserkritiker Paech nach dem Mund zu reden. Unter kritischer Studierendenschafft verstehe ich jedenfalls was anderes als dem Mainstream aufs Maul zu schauen.

Ich weiß ja nicht genau, wie sowas bei euch abläuft und wie es um die Autonomie der Referate bestellt ist, aber ich habe mein Anliegen auch an einige andere Hochschulgruppen geschickt; ich hoffe, dass ist okay - und führt zu was. Oder bedeutet Autonomie Narrenfreiheit?

Naja, wie gesagt, bis heute ist nichts geschehen. Wahrscheinlich erarbeiten sich die jungen Nachwuchspolitiker an derartigen Sachen eine ihrer wichtigsten Sekundärtugenden: das Aussitzen. Man weiß es nicht…

PS:

Auch wenn es mir schwerfällt und ich zugeben muss, dass ich den RCDS politisch überhaupt nicht mag, so soll er hier dennoch lobende Erwähnung finden. Von ihm erhielt ich die einzige Antwort:

herzlichen Dank für die Nachricht. Die Erklärung die unter dem Namen des AStA Münster abgegeben wurde, ist in der Tat auf Grund ihrer Einseitigkeit extrem fragwürdig. Bemerkenswert ist in dieser Situation die Diskrepanz zwischen der Berichterstattung innerhalb der Türkei über die IHH und die Einstufung der IHH als rein humanitäre Hilfsorganisation u.a. durch den AStA und die Linkspartei. Auch die Bezeichnung als "friedliche Zivilisten" der Decksbesatzung lässt sich mit den bekanntgewordenen Bildern der Erstürmung der Marvi Marmara duch die IDF nicht zur Deckung bringen. Wir werden ebenfalls beim AStA anfragen ob diese Stellungnahme authentisch ist und ob sie die Meinung des gesamten AStA widerspiegelt.


‘Fairplay für Israel’ – Fotos von der Kundgebung in Köln

DSCI0360Bei bestem Wetter zogen gestern rund 1000 Menschen vom Kölner Dom zum Rudolfplatz, um unter dem Motto ‘Fairplay für Israel’ gegen die kontrafaktische (Vor-)Verurteilung Israels zu demonstrieren. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, einige Bilder der Demonstration "Fairplay für Israel" sowie der Gegenkundgebung hochzuladen. Wenn ich Zeit finde, werde ich noch weitere hinzufügen. Weitere Fotos finden sich auch bei honestly concerned und bei David. Berichte von der Demo gibt es hier und hier. Zeitungsmeldungen finden sich beim ksta sowie in der Welt. Wer sich ganz brav alle Bilder angeguckt hat, wird am Ende mit dem wohl besten Bild von der Berliner Pro-Israel-Demo belohnt.

 

 

 

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Ein kleiner Haufen von - nach Polizeiangaben vor Ort - ca. 50-70 Gegendemonstranten hatte sich am Dom versammelt, befand sich jedoch außer Sicht- und Hörweite der proisraelischen Demo. Neben den üblichen Demosprüchen wie "Kindermörder Israel" oder "Israel ist feige - Waffen gegen Steine" drang ein weiterer zum ersten Mal an mein Ohr: "Frauenmörder Israel". Dies aus dem Mund von ‚Free-Gaza-for-Hamas‘-Aktivisten zu hören, hat schon etwas von Realsatire. Insgesamt war der Haufen wohl zu klein, um Rabbatz zu machen. Am Rudolfplatz waren sie dann noch einmal zu sehen und konnten ihre Sprüchlein machen. Da die Polizei sehr entspannt war, konnte ich bis direkt vor die Gegendemo, um ein paar schöne Fotos zu machen.

 

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"Aufhebung der Kriegszensur! Berichtet uns das wahre Leid des 'Warschauer Ghettos' von heute."

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Nachtrag:

Dieses wunderbare Foto von der proisraelischen Demo in Berlin kann ich euch nicht vorenthalten:


6/11/2010

Undankbare Hamas

Ja, was denn nun? Können sich die Islamisten denn eigentlich nie entscheiden? Am 29. Mai ließ Hamas-Führer Ismail Haniyeh die ganze Welt wissen, was das eigentliche Anliegen der Free-Gaza-Flottille sei. So ließ er sich mit folgenden Worten zitieren:

"If the ships reach Gaza, it's a victory for Gaza, […] if they are intercepted and terrorized by the Zionists, it will be a victory for Gaza, too, and they will move again in new ships to break the siege of Gaza."

Die Jerusalem Post fasste die Aussage wie folgt zusammen:

Prime Minister Ismail Haniyeh of Hamas said Saturday the flotilla carrying aid and activists to Gaza is a victory for his government and signals the end of the Israeli naval blockade, whether it reaches its destination or is intercepted by the Israeli navy.

Klarer Fall, möchte man meinen. Das ist jedoch weit gefehlt! In der jungen Welt wird er von Umberto De Giovannangeli gefragt:

Es gibt Stimmen, die behaupten, daß Israel der Hamas mit dem Überfall auf die Friedensschiffe ein Geschenk gemacht habe. Was erwidern Sie darauf?

Worauf er, wie zu erwarten, entgegnete:

Das ist würdeloser Zynismus, eine Beleidigung der Opfer der israelischen Piraterie. Nur diejenigen, die Gaza vergessen haben, konnten sich über das Verhalten der Israelis wundern. Deren Arroganz kennt keine Grenzen.

Dazu fällt einem wirklich nichts mehr ein. Außer:

Von dreien der neun getöteten Aktivisten auf der «Mavi» ist bekannt, dass sie sich wünschten, als Märtyrer zu sterben. Man sieht diese pathologische Prahlerei vom ersehnten Tod bei Islamisten häufiger. Sie posaunen herum, wie sehr sie nach der Märtyrerschaft dürsten. Werden sie dann von israelischen Kugeln getroffen, tragen Tausende blindwütiger, lautstark Rache fordernder Islamisten sie zu Grabe. Ein fröhliches Dankeschön an die Israelis, dass sie den Märtyrern beschert haben, was sie sich aus tiefstem Herzen wünschten —, die Fahrkarte zu den 72 Jungfrauen im Paradies — bekommt man von den Mengen selten zu hören.


Israelkritische Gegendemo in Köln

!!!Ergänzung: Unter dem Text findet sich noch eine Anmerkung für alle Freunde der Internetplattform pi-news.net, die mich heute zahlreich mit ihrem Besuch beehrt haben!!!

Ich hoffe, dass ihr morgen zahlreich zur Demonstration “Fairplay für Israel – für Wahrheit und Solidarität” erscheinen werdet. Weitere Infos findet ihr z.B. hier oder unter israeldemokoeln@gmail.com. Wem es noch an Gründen mangelt, am Sonntag, 13. Juni, 14 Uhr, in der Stadt der israelkritischen Antiwand auf dem Roncalliplatz bei der Solidaritätsdemo für Israel vorbeizuschauen, dem seien folgende Aufrufe zur Gegendemonstration ans Herz gelegt:

‘goyim-pracht’ erklärt auf seinem Blog, der jetzt ein Fall für die Staatsanwaltschaft ist, worum es geht (Rechtschreibung, wie immer, im Original):

“Am Sonntag den 13. Juni Planen Radikale in Deutschland lebende Nicht-Semitische Khazarische Juden eine Pro-Israelische Demonstration, die Behörden dulden wie immer diese Radikale Judeofaschistische Ideologie des Terrors, deshalb werden wir an diesem Tag ein zeichen setzen in dem wir eine GEGENDEMONSTRATION am gleichen Tag veranstallten. Sagt euren Freunden,Verwandten und Bekannten bescheid, bringt eine Palästinensiche,Deutsche und Türkische Fahne mit, wir wollen den Juden zeigen das sie Jeder Hasst.”

Damit geht von mir aus an alle Teilnehmer der Pro-Israel-Demonstration die Bitte, die Deutschlandfahne zuhause zu lassen! Bei dawa-news ist man in seiner ‘Israelkritik’ ein wenig gemäßigter:

“Israelisches Militär hat Zivilisten getötet die den Palästinensern im Gazastreifen Hilfsgütern bringen wollten. Trotz des internationalen Entsetzens über dieses Blutbad gibt es einige pro-zionistische Aktivisten die händeringend nach einer Rechtfertigung dafür suchen. Diese Extremisten haben eine Demonstration angemeldet.”

Und wem das nicht reicht, den sollte die Teilnahme der Userin Gerina als Anlass genügen. In ihrem Kommentar im Verschwörungsblog ‘Alles Schall und Rauch’ ruft sie nicht nur zur Gegendemo auf, sondern steht auch allen Kauf-nicht-bei-Juden-Aktivisten mit Rat und Tat zur Seite:

“Anlässlich der Demo am Kölner Dom "Fairplay für Israel für Wahrheit und Solidarität" am Sonntag 13. Juni um 14 Uhr findet eine Gegendemonstration zur Demo pro Israel am gleichen Ort und am gleichen Zeitpunkt statt. Und achtet darauf, keine Güter aus Israel zu kaufen ! Auch bei Alnatura findet sich Biogemüse und Bioobst aus Israel. Auch Biomöhren sind zu kaufen bei Netto, Aldi und anderen Discountern. An der Klagemauer in Köln hat der Betreiber W.H. ein Hinweisschild angebracht mit der Aufschrift: "Vorsicht ! Biomöhren aus Israel bei Aldi und anderen Discountern". Boycott Apardheit Israel !”

Na, wer will sich das entgehen lassen?

P.S.

Für alle prospektiven Teilnehmer der Gegendemo noch ein kleiner Hinweis. Vielleicht solltet ihr euch noch überlegen, Türkeiflaggen mitzubringen. Auf Schall und Rauch habe ich nämlich von User QWERTZ folgendes erfahren:

[…] garnix wird der Erdogan machen. Reiner Populismus.  […] Die stecken doch unter einer Decke. Er ist an der Macht von NWO‘s Gnaden. […] Wenn er was in der Hose hätte würde er als Schutzmacht Truppen in den Gasastreifen schicken. Die Israelis handeln, Erdogan und Gül labern. Sie können nur so weit gehen wie die Herren es erlauben. Glaubst Du nicht! Schau mal die Liste der Bilderbergteilnehmer von Freeman im letzten Jahr in Griechenland:

Ali Babacan - Aussenminister Türkei
Mustafa Koç - Vorsitzender des grösste türkische Mischkonzern
Sami Kohen - aussenpolitische Kolumnist der türkischen Zeitung Milliyet
Suzan Sabancı Dinçer - Chefin der Akbank Türkei
Agah Ugur - Chef Borusan Holding Türkei

SELAM/FREIDE

Hinweis in eigener Sache/Werte PI-Leser!

Wie jeder weiß, finden sich auch unter den Freunden Israels bisweilen lustige und obskure Gestalten – und damit meine ich nicht nur die Partei Bibeltreuer Christen. So sehr ich mich auch freue, wenn die Pro-Israel-Demo morgen mit einer großen Anzahl an Unterstützern rechnen kann, so sehr würde es mich auch freuen, wenn die Zahl der Besucher aus dem Umfeld von PI marginal bliebe.

Mit Menschen, die mit solchen Bildern für sich werben, habe ich nicht das Geringste gemein. Erstmal eine ganz banale Frage zu der Abbildung: Wie sinnvoll ist es denn bitteschön, jemanden auszuweisen, selbst wenn er das größte Arschloch auf Erden sein mag? Dann ist er halt woanders ein Arschloch, oder nicht? Super Idee das!

Aber mal ganz allgemein: Ich halte, wie ihr, wenig vom Begriff der Islamophobie. Zum einen, weil dieser Begriff ein Kampfbegriff ist, der meist dazu dient, Kritiker des Islams zu pathologisieren und auf eine Stufe mit Antisemiten zu stellen. Diesem Punkt werdet ihr wohl zustimmen. Ich würde dennoch niemals leugnen, dass es Gegner des Islams gibt, denen ebenso entschieden entgegengetreten werden sollte wie anderen Rassisten – weil sie selbst Rassisten sind. Der Fehler am Begriff der Islamophobie ist nämlich beileibe nicht der, dass es nicht etwas gäbe, dass man darunter fassen könnte; der Fehler ist vielmehr, dass er das Kind nicht beim Namen nennt: es handelt sich um ganz ordinären (sei er nun biologistisch oder kulturalistisch begründet) deutschnationalen Rassismus. Eure ganze Kritik an der schleichenden Islamisierung ist nichts anders als pseudorationalisierte Überfremdungsangst. Oder, um es mit einem einer eurer Werbebanner zu sagen:

“Preußisch korrekt statt politisch korrekt”

Allein schon, wenn ich mir eure Meldung vom 11. Juni anschaue, kriege ich – mit Verlaub -das kalte Kotzen:

Nicht nur das “deutsche Volk” soll in NRW abgeschafft werden, jetzt werden in NRW Polizisten schon im Vorfeld der Fußball-WM Deutschlandfahnen verboten!

Ich glaube, der letzte Schluss, der aus der Shoah zu ziehen wäre, wäre ein Eintreten für einen deutsch-völkischen Nationalismus! Ich bezweifel, dass Israel solche Freunde braucht! Geht doch bitte morgen in irgendeinen Wald zum Kriegspielen! Danke!

Ansonsten schließe ich mich Gerd Buurmann an:

Offener Brief an PI-News


Absoluter Lesebefehl

Der wohl mit Abstand beste Text zu Thema 'Free Gaza', den ich seid langem gelesen habe. Wie schon gesagt, absoluter Lesebefehl!

Die nützlichen Idioten der Islamofaschisten von Leon de Winter


6/10/2010

Fundstück: Free-Gaza-Video

Ein weiteres Video, das Verbreitung sucht:

Dazu sei der Artikel 17 Jahre „humanitäre Krise“ im Gazastreifen (heplev) über die ewige Wiederkunft des Gleichen empfohlen, dem ich das Video entnommen habe.


Stimmen aus der Gruft

Fidel Castro hat sich bemüßigt gefühlt, sich zur aktuellen Weltlage auszumären. Der Text wird wahrscheinlich morgen in der jungen Welt zu finden sein. Ich kann nur sagen: Da Castro schreibt wie ein durchschnittlicher Verschwörungstheoretiker, lohnt sich das Lesen nur, wenn man was zu lachen haben will. Für den Rest biete ich hier meine exklusive Zusammenfassung:

  1. Israel ist schlimm und würde auch seine Atomwaffen einsetzen
  2. Der Iran ist toll und wird sich nicht beugen
  3. Handys sind gesundheitsschädlich
  4. Israel darf alles, der Iran nichts
  5. Auf der Mavi Marmara hat “Israel so [gehandelt] wie immer, mit faschistischem Fanatismus”

Hier gehts zum Text…


Der Doktor und das liebe Vieh

Es gibt so manches auf der Welt, dass man mit Fug und Recht als nutzlos, zumindest jedoch als weniger sinnvoll bezeichnen kann. Neben Sauerkraut, dem Blinddarm und Curling gehören sicherlich auch Atomkriege dazu. Insofern ist es auch zunächst einmal vollkommen in Ordnung, wenn sich ein Verein gründet, der auf die möglichen Gefahren hinweist und versucht, eine Welt ohne Atomwaffen zu erreichen. Ein solche Organisation ist die IPPNW, die ‘International Physicians for the Prevention of Nuclear War’. Besondere Auszeichnungen hat sie leider nicht vorzuweisen, es reichte leider nur zu einem Friedensnobelpreis, der 1985 verliehen wurde. Dennoch gibt sie nicht auf und hält unermüdlich und emsig an ihrem Vorhaben fest.

Internationale Ärzte für das “verbrieftes Recht auf Urananreicherung”

Wer sich ernsthaft gegen die Bedrohung von Nuklearwaffen einsetzen möchte, wird, sollte man meinen, dieser Tage alle Hände voll zu tun haben. Erst heute war wieder zu lesen:

Irans Präsident Ahmadineschad hat sich von den verschärften Sanktionen des UN-Sicherheitsrates demonstrativ unbeeindruckt gezeigt. […] Iran hat die bislang schärfsten Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen sein Atomprogramm als unerheblich bezeichnet. „Wir werden von links und rechts mit Drohungen und Sanktionen überschüttet“, sagte der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad bei einem Besuch in Tadschikistan zum Beschluss des Sicherheitsrats. „Für uns ist das wie eine lästige Schmeißfliege.“ Und er fuhr fort: „Für uns ist das wie eine Serviette, mit der man sich den Speichel abwischt und sie dann in den Müll wirft. Wir haben Ausdauer und werden dem widerstehen.“ […] Der iranische IAEA-Botschafter Ali Asghar Soltanieh kündigte am Mittwochabend in Wien an, das Atomprogramm werde unvermindert fortgeführt: „Egal wie viele Resolutionen noch kommen, wir werden unsere Urananreicherung fortsetzen.“ Die Weltmächte sollten inzwischen gelernt haben, dass sein Land nicht auf Druck reagiere. Ob Iran nun - wie angedroht - seine Kooperation mit der IAEA einschränke, wollte Soltanieh nicht sagen.

Auch hinsichtlich der Frage nach dem Zweck hat sich Ahmadinejad redlich bemüht, niemanden im Dunkeln zu lassen und alle Zweifel auszuräumen:

“Wenn das zionistische Regime die von ihm in der Vergangenheit gemachten Fehler wiederholen will, dann wird dies zu seinem Untergang und zu seiner Vernichtung führen … Mit der Hilfe Allahs wird der neue Nahe Osten ein Naher Osten ohne Zionisten und Imperialisten sein.”

“Heute ist es klar, dass Israel das am meisten gehasste Regime in der Welt ist … Es ist seinen Herren [im Westen] nicht mehr von Nutzen. […] Mit der Gnade Allahs wird dieses Regime vernichtet werden, und die Palästinenser und andere Nationen in der Region werden sich seines schädigenden Einflusses entledigen.”  (Diese und weitere Zitate mit Quellenangaben finden sich bei hagalil)

Ein klarer Fall für die Ärzte gegen den Atomkrieg, sollte man meinen. Jeder, der wie die IPPNW der German Angstlust der deutschen Friedensbewegung entsprungen ist, müsste DefCon 2 ausrufen, sich in Hamsterkäufen mit dem Nötigsten versorgen und ‘duck and cover’-Übungen machen. Und in der Tat, die Verurteilung ließ nicht lange auf sich warten:

Nur eine Politik der Entspannung und die Distanzierung von Konfrontation werden den Menschen im Iran helfen, ihre Vorstellungen von einer gerechten Gesellschaft aktiv zu verwirklichen. Grundsätzlich unterstützt die IPPNW die Perspektive der Entwicklung regionaler Kooperation und gemeinsamer Sicherheit als Alternative zu Wettrüsten, zwischenstaatlichen Konflikten, Kriegen und Unterdrückung von Minderheiten.“

Bereits im Juni 2008 lehnte die IPPNW in einem offenen Brief an Angela MerkelDruck und Drohungen” gegen den Iran mit folgender Begründung ab: 

Das iranische Volk sieht dieses Programm [das Urananreicherungsprogramm] als ein Symbol der nationalen Souveränität und des Stolzes. Druck und Drohungen werden innerhalb der Bevölkerung die Kräfte stärken, die eher auf Eskalation setzen und nicht die moderaten Kräfte, die wir unterstützen müssen.

Mal abgesehen davon, dass diese Diagnose mehr als fragwürdig ist,* ist es schon erstaunlich, dass westliche Gutmenschen in den Objekten ihrer Zuneigung niemals Akteure, sondern immer nur Re-Akteure sehen können. Wäre man böswillig, müsste man hier von einer Dialektik von Antirassismus und Rassismus sprechen. Denn der IPPNW kennt nur einen Akteur, nämlich den Westen, womit natürlich vorrangig Usrael gemeint ist:

Doch, so der IPPNW-Vorstand, „solange westliche Lösungsvorschläge Israels Atomwaffen unberührt lassen, wird der Atomstreit mit dem Iran in der Region mehrheitlich als Versuch des Westens gewertet, die regionale Hegemonie für Israel zu sichern.”

Nun mag man zu einem Israel, das über Atomwaffen verfügt, stehen, wie man will. Bei aller Ablehnung von Atomwaffen im Allgemeinen muss ich doch zugestehen, dass die atomare Bewaffnung Israels – ein Minimum an Restrationalität und Überlebenswille seiner Gegner vorausgesetzt – zumindest ein Garant für Israels Existenz darstellen kann. Wer jedoch konsequent gegen die Verbreitung von Atomwaffen eintritt, handelt durchaus folgerichtig, wenn er Israel von seiner Kritik nicht ausnimmt. Gleichzeitig sollte man jedoch auch meinen, dass auf dem langen Weg hin zu einer Welt ohne Atomwaffen jeder kleine Schritt zählt und das heißt, dass neben allen internationalen Abkommen, die erreicht werden, auch jede Etablierung einer neuen Atommacht verhindert werden sollte – vor allem, wenn diese offen damit droht, einen Staat vernichtet sehen zu wollen. Soweit zur rationalen Sichtweise. Wer von ihr ausgeht und sie auch bei seinen Mitmenschen erwartet, übersieht eine wichtige Sache: es geht um Israel! Und so bringen die Ärzte “für die Abschaffung von Atomwaffen und Atomenergie”, als Völkerrechtsfetischisten vor dem Herrn, folgenden logischen Salto Mortale zustande:

“Obwohl wir die außenpolitische Haltung der gegenwärtigen iranischen Regierung gegenüber Israel für inakzeptabel halten, hat der Iran ein völkerrechtlich verbrieftes Recht auf Urananreicherung (NPT)”

Zwei-Klassen-Medizin

Eines muss man den Medizinern hoch anrechnen:  Wenn es um Israel geht, verzichten sie auf ihr Reiz-Reaktion-Schema, das wohl nur für Muslime gilt. So ließ das Mitglied ihres wissenschaftlichen Beirates, Norman “Vernichtungskrieg” Paech, verlautbaren:

Mit unserer Aktion gegen die Gaza-Blockade wollten wir die Staatenwelt aufwecken und Druck erzeugen, damit Israel die Abriegelung aufgibt. Die Bundesregierung muß ihr Stillschweigen beenden und ihre offene Kollaboration mit Israels Premier Benjamin Netanjahu aufgeben. Politik ist, wenn gehandelt wird, reden hilft da nicht viel.

Es muss schon weit gekommen sein, bis die erklärten Freunde des Dialogs bekunden, dass Reden nicht viel helfe. Auch an anderer Stelle spricht sich die IPPNW für mehr Druck aus:

Diese Politik ist nur möglich, weil die westliche Politik außer Lippenbekenntnissen einen spürbaren Druck auf Israel verweigert. Der internationale Druck auf Israel, seine Politik zu beenden, muss erhöht werden. Wir fordern die deutsche Regierung und die EU auf, sich mit spürbaren Maßnahmen gegen Israel dafür einzusetzen, dass die Blockade von Gaza und die Besatzung aller palästinensischen Gebiete beendet wird.

Nun gut, wenn man die Lage in Gaza so einschätzt, wie die IPPNW, dann sind die Forderungen auch durchaus richtig. Doch das Lob, dass sie wenigstens die Israelis wie Menschen behandeln, ist null und nichtig, solange sie diesen Maßstab nicht an alle politischen Akteure anlegen. So ist es nur ein weitere Double-Standard-Argumentation. Einen Antisemitismusvorwurf gemäß EUMC-Definition lässt sich daraus zwar nicht ableiten,** doch vielleicht existieren für die IPPNW auch keine Demokratien, an die ‘andere Standards der Bewertung’ angelegt werden können. Amerika ist so ein Fall. So heißt es in einem Text von Paul Craig Roberts, der unter dem Titel: Die Marionette Obama – Der machtloseste Mann der Welt auf der Homepage der IPPNW veröffentlicht wird:

Die Israel-Lobby brauchte nicht sehr lange, um Präsident Obama hinsichtlich seines Verbotes weiterer illegaler israelischer Siedlungen auf dem besetzten palästinensischen Gebiet gefügig zu machen. Obama entdeckte, dass er selbst als amerikanischer Präsident machtlos ist, wenn er mit der Israel-Lobby konfrontiert wird und dass den Vereinigten Staaten einfach keine von der Politik Israels losgelöste Nahost-Politik erlaubt wird.

Des Weiteren ist zu erfahren:

Wenn er [gemeint ist Obama] nicht durch ein inszeniertes Ereignis nach Art des 11. September gerettet wird, ist Obama ein Präsident für nur eine Amtszeit. Ungeachtet eines „Terrorereignisses“ wird ihm allerdings die zusammenbrechende Wirtschaft zum Verhängnis werden.

Inszenierte “Terrorereignisse”, eine allmächtige Israel-Lobby, der Präsident der USA als ihre Marionette, und, weil es nicht fehlen darf, das Parlament als ‘Quasselbude’:

Das amerikanische Volk hat keinerlei Einfluss auf irgendetwas. Es kann überhaupt nichts bewirken. Wie Obama, ist es bedeutungslos geworden. Und es wird bedeutungslos bleiben, solange die amerikanische Regierung von organisierten Interessengruppen gekauft werden kann.

Momma Theresa und das Rote Kreuz der Türkei

Bei dieser Freund-Feind-Bestimmung verwundert es nicht, wenn Matthias Jochheim, Mitglied des Vorstands der deutschen IPPNW, die IHH wie folgt einschätzt:

Die IHH ist eine Art Rotes Kreuz der Türkei. Sie verfolgt karitative Zwecke. Und sie vertritt die Linie eines politischen Islam. Bei den Vorbereitungstreffen hatten wir keinen Zweifel an der pazifistischen Gesinnung.

We’ll make them all believe that the Hamas is Momma Theresa”, möchte man da nur hinzufügen. Naja, das Interview erschien am 02.06.2010. Es mag sein, dass sich Jochheim vertan und somit unabsichtlich zum nützlichen Idioten gemacht hat. Mittlerweile ist eine Woche vergangen, und vielleicht haben ihn die neuen Informationen über seine Kampfgefährten ja wachgerüttelt. Auch wenn er von den antisemitischen Gesängen seiner Weggefährten nichts gehört haben will, so hätte er zumindest im Nachhinein erfahren können, dass sich seine Mitstreiter sehnlichst den Märtyrertod gewünscht haben. Doch entgegen aller Fakten, wie er sie z.B. dem Bericht von Report Mainz (07.06.2010) hätte entnehmen können, hält der IPPNW unbeirrt an seiner Sichtweise fest:

Die Vorwürfe, in die Free Gaza Bewegung seien Parteien mit rechten Tendenzen einbezogen, sind haltlos und scheinen tendenziös. Die türkische Hilfsorganisation IHH ist wie andere mit der Freegaza Bewegung eine Koalition zur Durchführung der Fahrt der Flottille eingegangen. Gemeinsame Basis war stets und ist weiterhin der Aufruf an die Weltgemeinschaft, einschließlich der Regierungen, zur gewaltfreien Beendigung der Blockade und die Hilfe für die Bevölkerung durch Auslieferung von Hilfsgütern, wobei die Verteilung durch Nichtregierungsorganisationen in Gaza vorgenommen wird. (9.6.2010)

Wie das mit Jochheims Statement:„Instrumentalisieren lassen werde ich mich nicht“ zusammengeht, wird wohl auf ewig sein Geheimnis bleiben.

Anmerkungen

* “Ebenso wenig wie für die Ideologie interessiert man sich bei den IPPNW also für die realen Machtverhältnisse der islamischen Diktatur. So entscheidet nicht die zum großen Teil brutal unterdrückte „Bevölkerung“, sondern der nicht abwählbare Revolutionsführer Khamenei über das Atomprogramm. „Kräfte“, die in den entscheidenden Fragen – Theokratie, Feindschaft gegen Israel und den Westen, Atomprogramm – grundlegend abweichen, werden systematisch aus dem politischen System ausgeschlossen. Und die realen Fraktionskämpfe innerhalb des Systems gehen außer um Macht und Geld vor allem um die Frage, mit welcher Strategie die „islamische Revolution“ am besten vorangetrieben werden kann.” Nachzulesen im insgesamt lesenswerten Artikel unter: http://www.lizaswelt.net/2008/10/friede-den-mullahs.html

** “Die Anwendung doppelter Standards, indem an Israel Verhaltensansprüche gestellt werden, die von
keiner anderen demokratischen Nation erwartet oder gefordert werden.” (siehe hier)

 

Update:

Alex Feuerherd hat für die Jungle World Matthias Jochheim interviewt. Wer also die Aufklärungsresistenz in Aktion erleben will, bitteschön!

Außerdem stieß ich bei youtube auf folgende Ausgabe von Harnaschs TV-Kritik. Wer etwas von ‘Flugzeugunfällen’ von 9/11 erfahren will und wissen will, wie man wirklich einen Atomkrieg verhindert, dem sei das Interview mit Angelika Claußen sowie Davids Kommentare dazu wärmstens empfohlen:


6/08/2010

Fundstück: Nazipiraten

Diese wunderschöne Karikatur fand ich bei der Semit. Zu Dokumentationszwecken sei sie hier veröffentlicht:

 Der Leserbrief eines Lesers der jungen welt, G. Freudenberg, kann als Kommentar dazu gelesen werden:

Was aber da vor der Küste des Gazastreifens inszeniert wurde, übersteigt alles, was die Welt von diesem Staat hinzunehmen gewöhnt ist. Die Tragik dieses Geschehens besteht vor allem darin, daß sich dieser Piratenakt nicht wesentlich von ähnlichen Taten der Nazis unterscheidet, die letztlich bedeutende Ursache für die Gründung eines Staates mit Namen Israel wurden. Dieser Staat sollte den von den Nazis und anderen Antisemiten Verfolgten eine sichere Heimstatt bieten. Statt dessen entwickelte er sich unter dem Einfluß reaktionärer Kräfte immer weiter zu einem permanenten Gefahrenherd für seine Nachbarn und die ganze Welt. (...)

6/07/2010

Fundstück: KENTUGAY FRIED CHICKEN

Dank an die konkret für dieses Fundstück:

Boliviens linksgerichteter Staatschef Evo Morales hat einen „Hähnchenstreit“ vom Zaun gebrochen. Hähnchen mit Fritten machen homosexuell, behauptete er bei einem alternativen Klimagipfel. Das Geflügelfleisch sei mit weiblichen Hormonen behandelt und der Verzehr von Genkartoffeln führe zu Haarausfall und Glatzen, zitierten mehrere Medien den ersten gewählten Indio-Präsidenten des südamerikanischen Landes. […]

Der bolivianische Staatschef hatte es aber nicht aufs Federvieh und Kartoffelprodukte, sondern auch auf Coca-Cola abgesehen: Das Getränk eigne sich vor allem gegen verstopfte Abflussrohre, weniger jedoch zum Verzehr. Die Äußerungen des mit einem kräftigen Haarschopf gesegneten Morales lösten international vor allem Heiterkeit aus.

(Quelle)