6/05/2010

Judenfreund Erdogan

Der bekannte Judaist Tayyip Erdogan zeigt sich besorgt um die religiöse Integrität Israels. Vollkommen in Sorge um das Judentum versuchte er, es mit einem zu Herzen gehenden Appell auf den rechten Pfad zu leiten:

Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan hat Israel vorgeworfen, mit seiner Militäraktion gegen eine Gaza-Hilfsflotte die eigene Religion verraten zu haben. Kein Glaube und kein heiliges Buch liefere eine Rechtfertigung für die Todesfälle bei dem Einsatz[…]. "Ich spreche zu ihnen in ihrer eigenen Sprache", sagte Erdogan an die Adresse Israels in seiner vom Fernsehen übertragenen Rede in der anatolischen Stadt Konya. "Das sechste Gebot lautet: Du sollst nicht töten."

So erscheint sein gesamtes antiisraelisches Engagement der letzten Tage natürlich in einem ganz anderen, nämlich sorgenvollen und israelkritischen Licht (auch wenn ‘lo tirzach’ wohl besser mit ‘morden’ zu übersetzen wäre, was Rabbi Erdogan wahrscheinlich auch meinte). Judenmord scheint bei ihm jedoch nicht unter Mord zu fallen:

Die Hamas betrachte er nicht als terroristisch und habe dies auch den USA gesagt, fuhr der Regierungschef fort. Es handle sich um Widerstandskämpfer, die für ihr Land kämpften.

Das mag daran liegen, dass dafür ein “Glaube und” ein “heiliges Buch […] eine Rechtfertigung” liefern.


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