6/04/2010

Mankells Nicht-Erlebnisbericht und der passende Soundtrack

Eine Pressekonferenz, drei Berichte. Unter dem Titel “Bestürzt und bestohlen” berichtet die Süddeutsche von Henning Mankells Pressekonferenz in der Berliner Volksbühne. Alle, die bei der Erstürmung der ‘Mavi Marmara’ nicht dabei waren, haben hier die Gelegenheit, nun den Berichten eines Augenzeugen lauschen – der ebenfalls nicht dabei war. Und das geht so:

Mankell bezichtigt die israelische Marine der "Seeräuberei" und der "Piraterie", die Soldaten hätten auf schlafende Menschen geschossen. Er fragt, was denn nächstes Jahr passieren werde, "wenn wir zu Hunderten wiederkommen werden. Wird Israel dann die Atombombe auf uns abwerfen?"

Trotz aller Brutalität der IDF ist Mankell jedoch wohlauf und “hat den Angriff der israelischen Marine unverletzt überstanden”. Obwohl er nicht an Bord des von der IHH gecharterten Schiffes war, lanciert er bei Stern.de : “Ich glaube, Israel hat auf diesem Schiff Mord begangen”. Richtig, wer schlafende Menschen erschießt, begeht Mord. Wer jedoch wissen will, warum Mankell nicht wissen konnte, sondern nur glauben kann und warum es auf der ‘Mavi Marmara’ Tote gab, auf Mankells Schiff jedoch nicht, dem sei der löbliche Artikel "Ich bin kein nützlicher Idiot" von Alan Posener empfohlen:

Dazu kann Mankell aber gar nichts erklären, denn er befand sich, wie er vor etwa 100 Journalisten aus aller Welt ausführt, auf dem von schwedischen Aktivisten gecharterten Schiff "Sophia". Die Schweden leisteten allenfalls passiven Widerstand, und zu den "denkbar grausamsten Mitteln" der enternden Israelis gehörte, dass ein Aktivist eine Paintball-Kugel abbekommen hat, ein anderer mit einer Tazer-Waffe außer Gefecht gesetzt wurde.

Zudem erfährt man, dass Mankell nicht nur nichts gesehen haben kann, sondern auch,

dass er keine Zeit gefunden habe, sich die Videos anzuschauen - jene Videos, auf denen zu sehen ist, wie sich einige Passagiere auf eine gewaltsame Auseinandersetzung vorbereiten und dann auf die israelischen Soldaten brutal mit Eisenstangen und Ketten eindreschen. Dafür weiß der erfahrene Krimi-Autor erstaunlich gut über die Motive der Israelis Bescheid: "Das israelische Militär war darauf aus, Mord zu begehen."

Den Vorwurf, ein nützlicher Idiot der Hamas zu sein, weist Mankell jedoch zurecht von sich, denn er ist klug genug, zu wissen, was er tut. Sein Verhältnis zur Hamas ist eher von Arbeitsteilung als von Unwissenheit geprägt. 

Der Flotilla Choir hat einen passenden Soundtrack zur ganzen antiisraelischen Farce geschrieben und eingesungen. Das Ergebnis kann sich hören lassen und ist zu schön, um nicht weitere Verbreitung zu finden:

(gefunden bei verbrochenes)

Nachtrag:

Mehr zu  den Machern des Liedes sowie die ganze Sendung von ‘Tribal Update’ findet sich bei Carolin Glick.

Nachtrag 2:

Leider wurde das obige Video von Youtube unter fadenscheinigen Gründen entfernt (siehe auch hier). Aus Dokumentationsgründen lasse ich die Linkleiche stehen und poste hier noch einmal die unzensierte Version.


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