6/16/2010

Zuckermanns Sorgen


Eigentlich bedarf die Junge Welt keines jüdischen Kronzeugen - Sie sagt sowieso, was sie denkt. Um dennoch auf Nummer sicher zu gehen, hat Samuel Stuhlpfarrer [sic!] Moshe Zuckermann zum Interview gebeten. Nach der Unterüberschrift, die nicht fehlen darf ("Kritik an der israelischen Regierung ist keineswegs antisemitisch, sondern dringend nötig"), geht es los. Der Post- bzw. Nichtzionist erklärt hier den Antizionisten, dass sie eigentlich Pro-Zionisten sind und die Antideutschen de facto Antizionisten. Das hört sich so an (die Logik des ersten Teils der Antwort sei mal geschenkt):
Im deutschsprachigen Raum gibt es noch immer Menschen, die sich als »fortschrittlich« oder »links« verstehen und gleichzeitig unbedingte Solidarität zu Israel geloben.
Auch hier gilt es zu differenzieren. Wenn Sie darunter eine Linke mit einem universellen, antiimperialistischen Anspruch verstehen, ist das eine Sache. Eine andere ist die »antideutsche« Linke – sie hat mit Linkssein nichts mehr zu tun; sie ist längst im Fahrwasser der bürgerlichen Presse und des Neokonservativismus angekommen.

Ich erwarte, daß sich diejenigen, die für Israel sind, erst einmal klar machen, womit sie sich solidarisieren. Nämlich mit einem rechtsextremen Israel, das das zionistische Projekt selbst in Gefahr bringt. Ich fürchte nur, diese Leute begreifen das nicht.

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