7/19/2010

Was nützt die Liebe in Gedanken

Es war abzusehen: Kaum macht der israelische Außenminister Lieberman einen brillanten Vorschlag (siehe auch hier), der genau aus diesen Gründen gut ist, kommt einer von diesen hier und ist dagegen, natürlich aus schlechten Gründen:

„Eine Politik, die das palästinensische Staatsgebiet aufteilt in verschiedene Staatsstrukturen, würde [einer Zweistaaten-Lösung] widersprechen“ (Quelle)

"Wir wollen nicht, dass die Idee eines palästinensischen Staates dadurch gefährdet wird, dass man unterschiedliche Staatsgebiete schafft, sie gewissermaßen voneinander separiert, abtrennt, auch politisch vielleicht gegeneinanderstellt" (Quelle)

Schlimm, dass Lieberman jetzt, wo wir doch so kurz vor einer Zweistaaten-Lösung stehen, dieses Ansinnen torpediert. Vielleicht sollte sich Westerwelle mal überlegen, dass genau das, was er Liebermans Vorschlag unterstellt, die tägliche Praxis von Fatah und Hamas und spätestens seit Juni 2007 bittere Realität ist.

Es gibt faktisch zwei Palästinensergebiete, die “gewissermaßen voneinander separiert, ab[ge]trennt, auch politisch vielleicht gegeneinander[ge]stellt” sind, nämlich Hamastan und Fatahland. Warum sollte Israel für deren nationale Einheit im Rahmen einer Zwei-Staaten-Lösung Sorge tragen – für zwei Konfliktparteien, die sich bis aufs Blut bekämpfen? Wieso sollte sich Israel für die “Idee eines palästinensischen Staates” von einem Vorhaben abbringen lassen, das derart aussichtsreich ist; aussichtsreich nicht in der Idee, sondern in der Wirklichkeit?

 

Lesetipp:

 

Claudio Casula: Kaum Wahlen, viele Kämpfe. Eine ganz kurze Geschichte der palästinensischen Demokratie.


1 Kommentar:

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