12/04/2010

“Antisemitismus, Märtyrerkult und ein Atomprogramm” -Vortrag und Diskussion mit Matthias Küntzel in Münster

Matthias Küntzel wird am kommenden Donnerstag in Münster einen Vortrag zum Thema “Antisemitismus, Märtyrerkult und ein Atomprogramm. Der nukleare (Alp)traum Teherans und die Rolle Berlins” halten. Dies ist die letzte von vier Veranstaltungen der Reihe “Marg bar jomhuriye eslami! Nieder mit der islamischen Republik!” der Gruppe et2c.

Der AStA der Uni Münster, der schon mit seiner Verurteilung des “blutigen Angriffs Israels” auf die Mavi Marmara brillierte, hat seine anfängliche Unterstützung der Veranstaltungsreihe zurückgezogen; dabei führt er in seiner Distanzierung so etwas ähnliches wie Argumente an (Mehr dazu in der Stellungnahme der Gruppe et2c).

Wer sich ein eigenes Bild davon machen will, wie der “Sarrazin-Anhänger und Kriegstreiber” Küntzel den Iran “pauschal und ohne jegliche Beweise” attackiert, der ist herzlich zu Vortrag und Diskussion in den Club Courage eingeladen.

Ort: Club Courage, Friedensstraße 42 (Hinterhof), Münster

Zeit: 09.12.2010, 16 Uhr

 

Update

Auf der Achse des Guten findet sich unter dem Titel “Sarrazin im Club Courage?” ein offener Brief zum Thema, unterzeichnet von Münsters alt- und neualtlinkem Gruselkabinett:

Hannes Draeger (Die Linke.SDS Münster), Klaus Blödow (Parteilos/Medienassistent), Jusos Münster, Edo Schmidt (Antmilitaristische Gruppe Münster), Jonas Freienhofer (AStAReferent für Frieden&Internationales), Tim Fürup (Die Linke.SDS), Tobias Fabinger (FiKuSReferent im AStA der Uni Münster), DKP Kreisvorstand Münster

Darin finden sich auch weitere Begründungen für die Ablehnung Küntzels als persona non grata. Unter anderem sei er “Autor des neoliberalen Leitmediums SPIEGEL Online”. Andreas Bendl, ein weiterer Referent der Veranstaltungsreihe, sei “Unterstützer der neokonservativen ‘Stop the Bomb’-Kampagne”. Des Weiteren werden alle möglichen wer-liest-wen-Verbindungen breitgetratscht, um Küntzel als ‘irgendwie’ rechtsradikal abzustempeln. In bester KP-Tradition braucht man sich in der linken Gruft dazu gar nicht erst mit einzelnen Texten Küntzels auseinandersetzen, es reicht, dass er “auf der bekannten Nazi-Seite ‘politically incorrect’ [hier liegen sie übrigens gar nicht mal so falsch] als Star im ‘Kampf gegen die Islamisierung Europas’ der neuen Rechten gefeiert” wird. Als “Beleg” für diese Behauptung müssen diese beiden Quellen herhalten, wobei letztere weniger gegen pi oder Küntzel spricht als vielmehr gegen das ehemalige Zentralorgan der SED. Hier findet sich die Korrespondenz Künzels mit dem ND.

Allein der Duktus des Briefes – “Die Grenze des Pluralismus wurde hier bei Weitem überschritten” –, der nicht auf Thesen und Argumente Künzels eingeht und permanent irgendwelche Verbindungen unterstellt, anstatt sich Küntzels wirklichem Anliegen und der von ihm selbst vertretenen Position (z.B. hier im Phase2-Interview anlässlich des Irakkrieges) zu widmen, mutet grotesk an und lässt die Phantomschmerzen erahnen, die die sehr deutsche Sektion der KP plagen, seit ihr das “Volkskommissariat für innere Angelegenheiten (NKWD)” abhanden gekommen ist.


Kommentare:

  1. Danke! Das ist so weit ich finden konnte in aller Kürze das brauchbarste Resumee dieser altbekannten Posse, und als solches werde ich es jetzt auch direkt mal weiter empfehlen. Angenehmer blog, by the way.

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  2. Bei Künzel liegt offenbar ein schwerer Fall von Assoziationsschuld vor.

    Ich begreife nicht, wieso sich die Jusos für so etwas hergeben.

    VG

    Jan

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  3. Der Andreas heißt in Wirklichkeit natürlich auch Benl, nicht Bendl. Daß funktionale Lese- und Schreibkenntnisse bei der versammelten Bagage so wenig ausgeprägt sind wie sonstige basale Geistesfertigkeiten, so sie nicht gleich vorsätzlich unterdrückt werden, demonstrieren aufs Augenfälligste die Vertreter des AStA, die sich gezwungen finden, mit Verwunderung zur Kenntnis zu nehmen, dass die von Ihnen mitgetragene Veranstaltungsreihe doch tatsächlich stattfindet - Skandal!! - und die darob jetzt von Zweifeln, Sorgen und Bedenken umgetrieben werden. Oder auch schockiert sind, macht doch alles eh keinen Unterschied.

    Dieser ganze Jargon künstlicher Erregung, geheuchelter Überraschung und vorgeschützten Zweifels - ranzigste Rhetorikfragen inclusive - ist doch in toto ein Fall für die sprachliche Pathologie. Andreas Benl "mindestens ebenso zweifelhaft" wie Thomas v. d. Osten-Sacken, der noch mal "mindestens ebenso Anlass zur Sorge" gibt wie Matthias Küntzel - grrrmpffzzzz - ich wette, das stammt von Edo Schmidt, höchstpersönlich!

    Und dann noch diese FDGO-Phraseologie - "Grenzen des Pluralismus bei Weitem überschritten" - aus der Feder von KP-lern und ähnlich verdrahteten Meinungspolizisten. Gruselig.

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  4. @TL: huch, den Andreas habe ich dann auch falsch gecopypasted...

    Die Edo-Schmidt-Theorie vertrete ich auch; er hat hächstwahrscheinlich auch diese beinahe Kommafreie "Reaktion auf die Stellungnahme" verfasst: http://www.asta.ms/news-blog/allgemein/item/1585-zur-stellungnahme-der-gruppe-%E2%80%9Eet2c%E2%80%9C

    Aus aktuellem Anlass böte es sich an, einige Perlen der OAM zu Person und Thema ausgraben, aber leider sind die ja nicht mehr online verfügbar.

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Bitte mit Namen kommentieren, da man sich ansonsten immer auf anonym1, anonym2 usw. beziehen muß.