1/13/2012

Gerhard Stapelfeldt: “Warum Bildung nicht messbar ist”

Ein kleiner Veranstaltungshinweis in fast eigener Sache:

Warum Bildung nicht messbar ist. Bemerkungen zum gesellschaftlichen Interesse der Bildungsforschung. Vortrag und Diskussion mit Gerhard Stapelfeldt in Münster.

Donnerstag, 19.01.2012 // 18 Uhr // SP4 (Schlossplatz 4, 1 OG) // Münster

Bildung entzieht sich dem Vergleich und der Messung: das war lange ein so selbstverständlicher, der Idee der Bildung entsprechender Satz, daß man ihn nicht begründen mußte. Wer eine Begründung verlangte, erhielt die triviale Antwort: Bildung heißt nicht Akkumulation und Reproduktion auswendigen Wissens, sondern Formierung eines seiner selbst und seiner Welt bewußten Individuums; Individuen aber sind unvergleichlich.

Bildung ist meßbar und vergleichbar: das ist heute ein so selbstverständlicher Satz, daß niemand auf die Idee zu kommen scheint, es könne sich anders verhalten. Überall wird ‚Bildung’ gemessen und verglichen, überall wird evaluiert, zertifiziert, akkreditiert: in Schulen und Hochschulen, in Bundes­ländern, auf nationaler, europäischer und auf globaler Ebene. Die Ergebnisse des messenden Vergleichs, die Rankings, ziehen eine hohe mediale Auf­merksamkeit auf sich: es sind erste Meldungen von Nachrichtensendungen. Fast scheint es, als ob das Wohl von Bundesländern, Nationen und Kontinenten am Erfolg im Bildungsvergleich hinge. Jedenfalls hängt das Wohl von Schulen, noch mehr von Universitäten, an vergleichsweise ausgezeichneten Meßergebnissen: hervorragende Ergebnisse werden mit finanziellen Zuwendungen belohnt.

Der Vortrag erläutert das gesellschaftliche, ökonomische Interesse der Bildungs-Messung durch die einschlägige Bildungsforschung und untersucht, wie sich unter der Hand der Forschungsmethoden der Gegenstand von der Bildung zur Halbbildung verändert.

Prof. Dr. Gerhard Stapelfeldt lehrte von 1979 bis 2009 am Institut für Soziologie der Universität Hamburg

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe 'Vermessung der Bildung'


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